Portal Klosterkirche Petershausen

Die Wurzeln Petershausens erkennbar machen

Bis zu ihrem Abriss 1832 erhob sich neben der Musikschule (romanischer Klosterbau) und dem barocken Klosterbau, heute Landesarchäologische Museum und Stadtarchiv, die romanische Klosterkirche der Benediktinermönche „St. Gregor petri domus“ als Teil des Gesamtensembles Kloster Petershausen. Um an die Bedeutung des Baus für die Kirchen- und Stadtgeschichte zu erinnern, setzt sich seit 2015 der Verein „Petershauser Orgelkultur“ ein. Ein erster Meilenstein war 2018 die Installation eines visualisierten Portals, präzise auf den historischen Grundmauern des einstigen romanischen Portals, das heute im Badischen Landesmuseum Karlsruhe ausgestellt ist. Am 26. November 2023 erfolgte nun ein weiterer Schritt, das ehemalige Kirchenschiff bildhaft zu machen. Rechts und links neben dem Portal eröffnete der Verein „Petershauser Orgelkultur“ vor zahlreichen Interessierten neue Sitzgelegenheiten, die exakt die dort ehemals vorhandenen Kirchenmauern nachzeichnen. Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch die Erzbischof Hermann-Stiftung, der katholischen Gesamtkirchengemeinde, der Stadt und Landkreis Konstanz. Auch eine neue Stele wurde installiert, die über Kirche und Projekt informiert.

Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn würdigte die Arbeit des Vereins „Petershauser Orgelkultur" und seines Beauftragten, Wolfgang Müller-Fehrenbach, als wichtigen Beitrag zur Stadt- und Kirchengeschichte. Dass die Grösse und Dimension der Klosterkirche durch die Installationen erlebbar werden, sei auch der qualitativ hochwertigen Designarbeit von Studierenden der HTWG zu verdanken, betonte der Baubürgermeister. Drei Masterstudentinnen der Hochschule Konstanz hatten unter der Leitung von Prof. Eberhard Schlag und Prof. Brian Switzer das Portal entworfen und in einer Umfrage auch das große Bedürfnis der Bevölkerung herausgearbeitet, diesen wertvollen Teil der Stadtgeschichte sichtbar zu machen. Auf dem Entwurf des Architekten Roman Kreuzer, ehemaliger Masterstudent Architektur an der HTWG, beruhen die neuen Sitzgelegenheiten. „Der Grundriss der Klosterkirche soll so erlebbar werden und im Einklang mit der umgebenden Natur stehen. Es soll ein Ort entstehen, der auch zum Spielen und Verweilen einladen“, erklärte Roman Kreuzer. Sein Entwurf sieht vor, die sakralen Außenmauern und Innensäulen minimalisiert als Sitzangebote „wieder erstehen“ zu lassen und die inzwischen auf der Fläche hochgewachsenen Bäume miteinzubeziehen. Die archäologischen Ausgrabungen von Kreisarchäologe Jürgen Hald bildeten die Grundlage für Kreuzers Design.

Wolfgang Müller-Fehrenbach dankte als Vertreter des Vereins „Petershauser Orgelkultur“ allen Beteiligten für ihr großes Engagement. Damit sei es gelungen, die historischen Wurzeln des Stadtteils vielen Menschen wieder bewusst zu machen. „Auch ein kleiner Verein kann viel bewegen. Wenn man eine Idee hat, soll man daran glauben, dass etwas daraus entstehen kann“, betonte Wolfgang Müller-Fehrenbach.

Pfarrer Thomas Mitzkus von der Pfarrei Konstanz-Peterhausen nahm in seiner Rede Bezug auf Bischof Gebhard II (949-995), auf den die Ursprungsidee zurückgeht, eine Klosterkirche in Anlehnung an die Peterskirche von Rom zu errichten. Daher auch der Name „St. Gregor petri domus“ (das Haus des Petrus), der dem Stadtteil Petershausen seinen Namen gab. „Wir freuen uns über das Sichtbar- und Spürbarmachen der Geschichte“, führte Pfarrer Thomas Mitzkus aus, der zum Abschluss der Feier die neuen Sitzgelegenheiten segnete. Ein Posaunen-Quintett der Musikschule Konstanz umrahmte musikalisch den Festakt. Zu Gehör kam dabei unter anderem auch ein Sanctus des Klosterkapellmeisters Alberto Albertini (1736-1790), der das Stück in der Klosterkirche Petershausen komponiert hatte.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Konstanz vom 29.11.2023
Karin Stei

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