Eine Entdeckung per Radar in Konstanz-Petershausen

Die Pläne des Vereins Petershauser Orgelkultur, die 1831 abgerissene romanische Klosterkirche als historische Keimzelle des Stadtteils, wieder erlebbar zu machen, sind einen großen Schritt vorangekommen. Die Untersuchungen des alten Kirchplatzes zwischen Archäologischem Landesmuseum und Musikschule durch Geophysiker mit Radar liefern neue Erkenntnisse über den Standort des früheren Sakralbaus.

Ein Team von Professoren der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung sowie 15 Master-Studenten aus den Fachbereichen Architektur und Kommunikationsdesign sind nun dabei, Pläne zu entwickeln, wie das vergessene Herzstück der Petershauser Geschichte wieder erlebbar gemacht werden kann. Bis Mitte Juli sollen Ergebnisse vorliegen. Basis für die Arbeiten sind Daten aus den erhaltenen Resten des Kirchenportals, welche in Karlsruhe stehen, sowie die Erkenntnisse der Bodenspione.

Bild: Claudia Rindt

Mit moderner Radar-Technik ist es ihnen gelungen, die alten Lagepläne im Wesentlichen zu bestätigen, ebenso Berechnungen aus neuerer Zeit. Erstmals lässt sich mit Gewissheit sagen, dass die alte Klosterkirche ein Kuriosum war, dies betonten Fachleute bei der Präsentation der Geodaten. Der Sakralbau war trapezförmig angelegt, mit Eingang im Osten, was ansonsten nur beim Petersdom vorkommt. Doch die Geophysiker haben noch etwas anderes entdeckt: Mauern, die bisher noch auf keinem Plan verzeichnet sind. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit um ältere Anlagen, eventuell sogar aus Zeiten der Römer, wie Ralph Röber vom Archäologischen Landesmuseum auf Nachfragen sagt. Ob die Römer aber tatsächlich auch rechtsrheinisch eine Niederlassung hatten, wird so schnell niemand erfahren. Die Archäologen sehen keinen Anlass, durch Grabungen die Herkunft der entdeckten Mauern zu klären. Sie würden in der Regel nur dann aktiv, wenn ein Bodendenkmal regelrecht gefährdet wäre, etwa durch einen Neubau.

Das Geheimnis um die alten Mauern bleibt also vorerst ungelüftet. Doch die vergessene große Vergangenheit der romanischen Klosterkirche soll sichtbar werden. Der Verein Petershauser Orgelkultur will so ein neues Eingangstor für den Stadtteil Petershausen schaffen. Der Vorsitzende Wolfgang Müller Fehrenbach verfolgt diese Pläne schon seit 20 Jahren.

Projekt und Spendenaufruf
Die Idee: Der Verein Petershauser Orgelkultur will an die verschwundene Keimzelle des Stadtteils erinnern und so einen neuen rechtsrheinischen kulturellen Mittelpunkt schaffen. Die Klosterkirche zwischen dem heutigen Archäologischen Landesmuseum und der Musikschule stammte aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurde 1831 im Zuge der Säkularisation abgerissen. Master-Studenten der HTWG sind dabei, Pläne für Installationen und Präsentationen zu entwerfen, die die Geschichte des Sakralbaus wieder aufleben lässt. 

Die Bodenerkundungen: Weil es von der alten Kirche nur alte Pläne und neue Wahrscheinlichkeits-Berechnungen gab, haben Geophysiker den Boden per Radar nach Mauerresten erkundet. Sie wurden fündig. Die Struktur des Bodens war günstig für die Untersuchungen. Sie haben Aufschluss über die tatsächliche Lage der Mauern gegeben. 

Das Spendenkonto: Der Verein Petershauser Orgelkultur benötigt für sein Vorhaben Spenden. Allein 7000 Euro fielen an Kosten für die Bodenerkundungen an. Der Verein trägt sie zu 60 Prozent, zu 40 Prozent die Stadt. Wer für das neue Eingangstor von Petershausen spenden will, kann dies bei der Sparkasse Bodensee: IBAN: DE20 6905 0001 0024 0156 12. Kennwort: Romanisches Portal Petershausen (rin)

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