Verein will Eingangstor für Petershausen schaffen

Wo einst die romanische Klosterkirche von Petershausen stand, liegt heute ein vergessenes Stück Wiese mit Bäumen. Jetzt sind Geophysiker dabei, diese Fläche zwischen Archäologischem Landesmuseum und Musikschule mit Radar zu erkunden. Das Gerät dazu ähnelt einem Rasenmäher. Es ist der Auftakt zu einer größeren Untersuchung des Geländes, mit dem Ziel, es als Ort, an dem Kirchengeschichte geschrieben wurde, wieder in Erinnerung zu rufen. Das frühere Portal der Kirche soll dort bald wieder erlebbar sein und der Platz zum neuen Eingangstor von Petershausen werden.

Hinter der Initiative steht der Verein Petershauser Orgelkultur, der sich aus dem früheren Verein zum Bau der Konzilsorgel entwickelt hat. Nachdem das Ziel, die neue Orgel in der Gebhardskirche zu installieren, erreicht war, hat der Verein seinen Zweck um ein neues Feld erweitert, wofür nun Spenden gebraucht werden. Er will die historische Keimzelle von Petershausen zum kulturellen Mittelpunkt im Rechtsrheinischen machen, der auch für Touristen interessant sein soll, wie der Vorsitzende Wolfgang Müller-Fehrenbach erläutert.

Bild: Claudia Rindt
Bild: Claudia Rindt

Der Verein hat Kommunikationsdesigner an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) dafür gewinnen können, in einer Studienarbeit der Frage nachzugehen, wie sich die mageren Spuren der großen Vergangenheit der Kirche aus dem zwölften Jahrhundert schaukräftig präsentieren lassen. Doch damit sie überhaupt loslegen können, sind jetzt die Geophysiker unterwegs. Denn die Lagepläne der 1831 im Zuge der Säkularisierung abgerissenen Kirche sind unvollständig. Deshalb spüren nun Geophysiker mit Radar Mauerresten in der Erde nach. Mit dem Radargerät lässt sich die Lage bis in fünf Meter Erdtiefe exakt feststellen. Anders als bei archäologischen Grabungen bleiben die Reste des Bauwerks dabei unberührt. Sollte es verborgene Keller oder andere bisher unbekannte Räume geben, dann würde das Gerät auch diese anzeigen, sagen der Kreisarchäologe Jürgen Hald und der Diplom-Geologe Martin Waldhör. Für den Laien sehen die Aufzeichnungen des Geo-Radargeräts wie Bildschirmstörungen aus. Zu erkennen sind graue Flächen mit dichten und weniger dichten Wellenlinien. Aus dem Wellensalat soll dank technischer Auswertungshilfen ein Plan über die Lage der Mauern entstehen.

Doch es gibt noch andere Erinnerungsstücke an die alte Kirche: Teile der früheren Eingangspforte. Sie stehen in Karlsruhe. Abgüsse der erhaltenen Teile könnten bald wieder nach Konstanz kommen. Exakt an den historischen Platz kann die romanische Pforte allerdings nicht rücken. Denn dort steht inzwischen der Neubau des archäologischen Landesmuseums.

Der Niedergang der Klosterkirche von Petershausen hatte schon 1802 begonnen. Damals wurden kirchliche Güter säkularisiert, darunter auch die Abtei in Petershausen. Ihrer religiösen Funktion beraubt, verfiel die dazugehörende Kirche bis zum Abriss 1831. Die badischen Großherzöge sicherten sich das Portal als historisches Kulturgut und verfrachteten es schließlich ins Karlsruher Schloss. Wie war es überhaupt dazu gekommen, dass die damals einzige Kirche von Petershausen abgerissen wurde? Der Historiker Fabio Crivellari, der vom Verein als Fachberater beigezogen wurde, weiß eine Antwort: Damals sei Petershausen noch ein Dorf gewesen. Die paar Bewohner sollten in die Kirchen der Altstadt gehen.

Hintergrund: Das Spendenkonto
Der Verein Petershauser Orgelkultur setzt sich für einen neuen historischen Mittelpunkt in Petershausen ein. Dabei fallen Kosten an. Die ersten rund 7000 Euro laufen mit den Radarerkundungen auf, von denen die Stadt Konstanz 60 Prozent übernimmt. Wer den Verein Petershauser Orgelkultur bei seinen Zielen unterstützen will, kann auf folgendes Konto bei der Sparkasse Bodensee spenden:

IBAN: DE20 6905 0001 0024 0156 12

Kennwort: Romanisches Portal Petershausen (rin)

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